12. März 2015
Die weißgesichtigen Gibbons Malou und Trom sind zum zweiten Mal Eltern geworden. Am 19. Februar kam das Kleine zur Welt, und alles ist gut verlaufen. Malou, die dieses Jahr 13 Jahre alt wird, ist eine sehr gute und ruhige Mutter, und auch der bald 20-jährige Vater Trom zeigt Zuneigung zu dem Jungtier, das sich in den ersten Wochen nur am Bauch der Mutter festhält, wo es Nahrung und Wärme in unmittelbarer Nähe hat. Die Jungtiere haben bei der Geburt dieselbe Farbe wie die Mutter, damit sie mit dem Fell der Mutter verschmelzen und beispielsweise von Raubtieren nicht gesehen werden. Im Alter von etwa 6 Monaten ändern sie ihre Farbe und werden schwarz im Fell. Männchen bleiben danach schwarz mit weißen Wangen, während Weibchen wieder ihre Farbe ändern, wenn sie geschlechtsreif werden, und weiß-beige mit einem schwarzen Fleck auf dem Kopf werden.
Das Züchterpaar hat bereits den drei Jahre alten Mohio, der am 4. April Geburtstag hat. Der große Bruder ist sehr neugierig auf sein kleines Geschwisterchen und möchte es gerne untersuchen und genauer betrachten. Die Mutter lässt ihn nahe herankommen, sagt aber Bescheid, wenn er zu grob ist.
Gibbons haben ein lustiges Aussehen. Sie haben einen Körper, der an ein Leben hoch oben in den Baumwipfeln angepasst ist, und extrem lange Arme und bewegliche Gelenke, die sie zu wahren Meistern im Schwingen zwischen den Ästen machen. Im Zoo leben auch die Weißhände-Gibbons Tarzan, Jane, Korak und Chili, die zu einer anderen Art gehören.
Die Weißwangen-Schopfgibbons sind akut vom Aussterben bedroht und ihre Populationen gehen in Laos und Vietnam, wo sie ihren natürlichen Lebensraum haben, zurück. Hauptgründe dafür sind die Abholzung von Wäldern für die Landwirtschaft und Holzwirtschaft, aber auch die Jagd wegen ihres Fleisches, für traditionelle Medizin oder als Teil des illegalen Handels. Früher kamen sie auch in China vor, aber da seit 1990 keine Individuen mehr gesichtet wurden, vermutet man sie dort als ausgestorben. Ein Tipp für alle ist, das Pflanzenfett Palmöl zu meiden, das wir in Schweden viel verwenden und das die Gibbons stark beeinträchtigt. Der Weißwangen-Schopfgibbon ist Teil des Zuchtprogramms der Europäischen Zoovereinigung zur Erhaltung bedrohter Arten.
https://www.youtube.com/watch?v=bgAeMS7JYFA&feature=youtu.be