Das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn starb gestern, am 19. März 2018, im Schutzpark Ol Pejeta, Kenia. Er wurde 45 Jahre alt und starb an altersbedingten Ursachen. Heute leben nur noch zwei Exemplare dieser Unterart, ebenfalls in Ol Pejeta, und das Nördliche Breitmaulnashorn wird von der IUCN als in freier Wildbahn ausgestorben betrachtet. Derzeit sind 33 Arten bekannt, die als ”in freier Wildbahn ausgestorben” eingestuft werden.
”Ausgestorben in der Wildnis” bedeutet, dass es keine bekannten Individuen mehr in der Wildnis gibt, dass alle lebenden Tiere in menschlicher Obhut sind. Die IUCN (International Union for Conservation of Nature) hat eine so genannte Rote Liste, in der die Überlebenschancen verschiedener Arten anhand der geschätzten Zahl der Individuen, der Frage, ob die Zahl zunimmt oder abnimmt und wie sich die Zahl in Zukunft voraussichtlich verändern wird, usw. bewertet werden. Alle bewerteten Arten werden einer von acht Kategorien auf dieser Liste zugeordnet. Auf unserer Website können Sie sehen, wie unsere Tiere kategorisiert wurden.
Zoos tragen durch Forschung und Bildung, aber auch durch verschiedene Erhaltungszuchtprojekte und die Unterstützung von Erhaltungsmaßnahmen in freier Wildbahn zur Erhaltung unserer Arten bei. Bei der letzten Zusammenstellung der Roten Liste hatten sich 69 Arten so weit erholt, dass sie einen niedrigeren Bedrohungsstatus erhielten. Bei einem Viertel dieser Wirbeltiere war die Zucht in Zoos und Aquarien ein wichtiger Faktor. Die Möglichkeit, gefährdete Arten zu züchten und wieder in die freie Wildbahn zu entlassen, besteht und wird in gewissem Umfang auch genutzt. Beispiele hierfür sind der europäische Bison, die arabische Oryx-Antilope und das Przewalski-Pferd. Sie können mehr über diese und andere Projekte lesen hier. 35 Arten im Parken Zoo sind Teil eines Erhaltungszuchtprogramms und wir unterstützen auch mehrere Projekte in freier Wildbahn. Sie können mehr darüber lesen hier.
Was wird aus dem Nördlichen Breitmaulnashorn? Dank der Forschung und der modernen Technologie gibt es Hoffnung. Es ist geplant, den beiden verbleibenden Weibchen Eier zu entnehmen und sie künstlich mit Sperma zu befruchten, das zuvor von männlichen Tieren dieser Art gewonnen wurde. Die befruchteten Eier werden dann den Weibchen des südlichen Breitmaulnashorns eingepflanzt, die dann als Leihmütter für die Kälber fungieren sollen. Es bleibt abzuwarten, wie das funktionieren wird, aber wir hoffen, dass wir schon heute daraus lernen können.
Der Schutz der Ressourcen der Erde, die Übernahme von Verantwortung für unser tägliches Handeln und dessen Auswirkungen auf die Umwelt sowie der Verzicht auf den Kauf von Produkten, die von gefährdeten Tierarten oder deren Lebensräumen stammen, sind für das Überleben von Tierarten wie Nashörnern, Tigern, Löwen, Leoparden und vielen anderen auch für künftige Generationen unerlässlich. Außerdem ist das Wohlergehen unseres Planeten auch eine Voraussetzung für uns Menschen und unser Wohlergehen.