Babyboom in der Reptilienabteilung

23. November 2016

Die Reptilienabteilung hat Zuwachs in Form von vier zuckersüßen kleinen Nashornleguanbabys bekommen. Die Eltern sind Gisela und Bristol, und es ist das erste Mal, dass es uns gelingt, fruchtbare Eier von dem Paar zu bekommen. Nachdem Gisela die Eier gelegt hatte, brachten wir sie vorsichtig in einen Inkubator, wo sie lagen, bis sie nun geschlüpft sind. Nashornleguane sind sehr territorial und die Männchen haben Reviere, die sie bewachen. Sie schlafen und suchen Schutz in Spalten und Höhlen, sind aber auch recht gute Kletterer – höhere Bäume und Felsen werden als Aussichts- und Sonnenplätze genutzt.

Noshornleguaner werden auf der Roten Liste der IUCN als gefährdet eingestuft und kommen auf den Inseln Hispaniola, Dominikanische Republik und Haiti vor. Ihre Bestände gehen unter anderem aufgrund von Abholzung, dem Verlust ihres Lebensraums sowie Verletzungen oder dem Fressen durch Haushunde, Katzen und Schweine zurück.

Sowohl in Haiti als auch in der Dominikanischen Republik ist die Bevölkerung in den Gebieten, in denen die Nashornleguane leben, sehr arm, und der Wald stellt eine wichtige Einkommensquelle dar. In der Dominikanischen Republik sind etwa 35% des Lebensraums der Nashornleguane verschwunden, und 75% des verbleibenden Lebensraums sind bedroht. Beide Zahlen liegen für Haiti noch höher.

Wir haben auch eine süße kleine Rotbauch-Scharnierschildkröte bekommen, die kaum größer als eine Fünf-Kronen-Münze ist! Die Eltern dieses kleinen Knirpses findet ihr im Teich bei den Komodowaranen. Das ist eine sogenannte Scharnierschildkröte – sie zieht den Hals nicht ins Innere ihres Panzers ein, sondern klappt ihn stattdessen zur Seite weg. Es gibt etwa 60 Arten von Scharnierschildkröten (Pleurodira), und diese Schildkröten sind diejenigen, die sich evolutionär zuerst entwickelt haben. Halsberger-Schildkröten (Cryptodira) entwickelten sich später und sind die Unterordnung, von der es heute die meisten Arten gibt (etwa 200).